Technologie-Evangelist

Im Christentum stammt das Wort Evangelist vom koin-griechischen Wort εὐαγγέλιον (transliteriert als euangelion) über das latinisierte evangelium, wie es in den kanonischen Titeln der vier Evangelien verwendet wird, die von Matthäus, Markus, Lukas und Johannes verfasst wurden (oder ihnen zugeschrieben werden) (auch als die vier Evangelisten bekannt). Der Begriff „Software-Evangelist“ wurde von Mike Murray von der Macintosh-Computerabteilung von Apple Computer geprägt. Er war Teil von Apples Bestreben, mit IBM zu konkurrieren, und beschrieb speziell die Initiative, Entwickler von Drittanbietern rhetorisch zu gewinnen, um sie davon zu überzeugen, Software und Anwendungen für die Macintosh-Plattform zu entwickeln. In Guy Kawasakis eigenen Worten bedeutete dies, „mit Inbrunst und Eifer (aber niemals mit Geld) Softwareentwickler davon zu überzeugen, Produkte für einen Computer zu entwickeln, der keine installierte Basis, 128K RAM, keine Festplatte, keine Dokumentation und keinen technischen Support hatte und von einer unzuverlässigen Firma hergestellt wurde, die IBM gerade auslöschen wollte.“ Der erste so genannte Technologie-Evangelist war Mike Boich, der für den Macintosh-Computer warb. Die Tätigkeit ist oft eng mit dem Verkauf und der Schulung verbunden, erfordert jedoch besondere Fähigkeiten im Technologiemarketing. Zum Beispiel muss ein potenzieller Käufer oder Benutzer davon überzeugt werden, von älteren Methoden auf neue umzusteigen. Es gibt auch Fälle, in denen neue Produkte wie Green IT eingeführt werden. Der Marketingaspekt bei der Technologieevangelisierung wurde stark von Geoffrey Moore und seinen Büchern über den Lebenszyklus der Technologieübernahme beeinflusst. Einer seiner Standpunkte besagt, dass die Rolle des Evangelisten entscheidend ist, wenn es darum geht, die „Kluft“ zu überwinden, die zwischen der frühen und der allgemeinen Einführung besteht.

Technologie-Evangelismus wird manchmal mit einem internen Mitarbeiter in Verbindung gebracht, der damit beauftragt ist, neue Praktiken innerhalb einer Organisation zu fördern. Zu den verfügbaren Evangelisierungsmethoden gehören ein modifizierter STREET-Prozess (Scope, Track, Rank, Evaluate, Evangelize, Transfer) und der Prozess, der sich den Hype-Zyklus zunutze macht. Die Evangelisierung kann auch die Form eines Lernprozesses annehmen und Hilfsmittel wie Lernmanagementsysteme (LMS) einsetzen.

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