Review: The Girl in the Photographs

Nick Simons The Girl in the Photographs präsentiert sich als Meta-Thriller über die ausbeuterische Natur der Fotografie, insbesondere durch Männer von Frauen, vor allem im Zeitalter von Instagram und dem Selfie, wo wir mit so vielen Bildern überflutet werden, dass wir jegliches Gefühl dafür verlieren, was sie moralisch bedeuten könnten. Obwohl zu Beginn des Films William S. Burroughs zitiert wird, erinnert die Erzählung zunächst explizit an Susan Sontags On Photography, in dem die Autorin bemerkt, dass „das grandioseste Ergebnis des fotografischen Unternehmens darin besteht, uns das Gefühl zu geben, dass wir die ganze Welt in unserem Kopf halten können – als eine Anthologie von Bildern.“

Die heimtückische Illusion von Kontrolle, die Sontag erforscht, und ihre zwangsläufig amoralische, objektivierende Perversion wird in dem Film von zwei männlichen Mördern verkörpert, die junge Frauen verfolgen, gefangen nehmen und töten und ihre Leichen in gewaltsam unterworfenen Posen fotografieren, um die Fotos in einem endlosen Kreislauf aus Hohn und parasitärer „Kunst“ an das nächste Opfer weiterzugeben. Die Mordfotos ähneln der Arbeit eines seriösen Fotografen, Peter Hemmings (Kal Penn), einem fröhlich ausschweifenden Zyniker und Frauenschänder-Fetischisten, der sich von einem Stunt bedroht fühlt, der im Selbstdarstellungsbedürfnis des 21. Also quartiert sich Hemmings vorübergehend in der Stadt ein, in der die reißerischen Nachahmungsfotos gemacht wurden, was zufällig seine Heimatstadt ist, und trifft sich mit Colleen (Claudia Lee), einer schönen jungen Frau, die die Fotos gefunden hat und die natürlich für die Schlachtung präpariert wird.

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Die Filmemacher verbinden die Ängste der modernen Medien mit einem Stalk-and-Slash-Szenario, das bei Horrorfilmern seit Psycho beliebt ist, ohne die objektivierenden Tropen, die vorgeblich untersucht werden, wirklich zu verändern oder in Frage zu stellen. Simon ist sich dieser Heuchelei bewusst und versucht, sie als eine weitere gezielte Form der Ironie zu nutzen. Die selbstbewusst dünnen Dialoge beklagen häufig die Ausbeutung, während die Bilder sie genießen. Peter sagt immer wieder, dass Objekte so klischeehaft sind, dass sie die Kurve kriegen, um wieder bedeutsam zu werden, was genau die Art von Verwandlung ist, die Simon in The Girl in the Photographs herbeiführen will. Dies soll kein bloßer Slasher-Film sein, sondern ein frecher Essay über den Sexismus des männlichen Blicks, wie er sich nicht nur im Genre im Allgemeinen, sondern im gesamten Spektrum der zeitgenössischen sozialen Netzwerke manifestiert. (Dass Wes Craven als ausführender Produzent genannt wird, ist kein Zufall, denn dieser Film ist eindeutig von der schrillen, gewalttätigen und seltsam erotischen Scream-Reihe des Regisseurs beeinflusst.)

Gelegentlich verkauft die Bildsprache das fadenscheinige Konzept mit unerwarteter Autorität. Als Peter und seine Clique in Richtung seiner Heimatstadt fahren, sieht man beispielsweise die Landschaft durch die Autofenster als eine Reihe wirbelnder, impressionistischer Gelb- und Grüntöne, die subtil andeuten, dass die Grenze zwischen Kunst und „Realität“ für diese Leute nicht existiert. Andernorts werden scharfe und unscharfe Bilder kontrastiert, um einen beunruhigenden und unheimlichen Effekt zu erzielen und die Mörder bis zu ihrer plötzlichen Enthüllung zu verbergen. Bestimmte Aufnahmen weisen auch eine Symmetrie auf, die suggeriert, dass das Leben lediglich eine Ansammlung von bisher unentdeckten Objekten ist, wie geschaffen für die Ästhetisierung durch eine Kamera oder ein Telefon.

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Aber The Girl in the Photographs widmet sich letztlich der Formel. Simon verwirft sein durcheinander gewürfeltes Meta-Medien-Konzept, so wie es ist, etwa nach der Hälfte des Films, um einen kompetent inszenierten, aber generischen Amoklauf zu inszenieren, der auch in einer Fortsetzung von Freitag, der 13. nicht fehl am Platz wäre. Die ausgefeilte Blockade und die flotten Einzeiler sind dem Regisseur weniger wichtig als die blutigen Messerstechereien, die stereotypischen Bösewichte und die Nahaufnahmen vom Hintern des letzten Mädchens.

Besetzung: Kal Penn, Claudia Lee, Eva Bourne, Christy Carlson Romano, Miranda Rae Mayo, Kenny Wormald, Toby Hemingway, Luke Baines, Autumn Kendrick, Kathryn Kirkpatrick, Corey Schmitt, Katharine Isabelle, Mitch Pileggi Regie: Nick Simon Drehbuchautor: Robert Morast, Oz Perkins, Nick Simon Verleih: Vertical Entertainment Laufzeit: 98 min Rating: R Jahr: 2015 Kaufen: Video

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