Neue intelligente Pens sollen die Art und Weise der Diabetes-Behandlung verändern

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Die ersten wiederverwendbaren intelligenten Insulin-Pens kommen auf den Markt, später im Jahr 2019 folgt ein Bluetooth-Aufsatz für Einweg-Pens.

Abbott und Novo Nordisk haben kürzlich eine nicht-exklusive Partnerschaft angekündigt, die die Insulindosierungsdaten von den vorgefüllten und langlebigen verbundenen Pens von Novo Nordisk direkt in die mit dem FreeStyle Libre System kompatiblen digitalen Gesundheitstools (FreeStyle LibreLink mobile App und LibreView cloudbasiertes System) integrieren wird. Die Partnerschaft spiegelt das Engagement beider Unternehmen wider, „das Diabetesmanagement zu vereinfachen, indem sie Schlüsseltechnologien wie kontinuierliche Glukosemessung (CGM) und vernetzte Insulinpens miteinander verbinden“

Die neuen intelligenten vernetzten Insulinpens von Novo Nordisk, der NovoPen 6 und der NovoPen Echo Plus, werden sich auch mit dem Dexcom G6 CGM und der Diasend Diabetesmanagement-Plattform (Glooko) verbinden können. Eine neue Kompatibilitätsfunktion wird die Diasend-Plattform von Glooko mit dem kontinuierlichen Glukosemessgerät Dexcom G6 verbinden. Damit wird aufgezeichnet, wie viel Insulin gespritzt wurde, und es wird Insulin an Bord sein. Dies kann bedeuten, dass keine Protokolle geführt werden müssen, dass keine Dosen vergessen oder versehentlich Insulin gestapelt wird, und dass man Zugang zu denselben computergenerierten Berichten hat, die dabei helfen, Muster zu erkennen und die Therapie zu optimieren wie Pumpenbenutzer. Die neuen vernetzten Pens sind wiederverwendbar, in Europa bereits zugelassen (CE-Kennzeichnung) und verfügen über einen winzigen Bildschirm, auf dem die letzte Dosis angezeigt wird.

Der NovoPen 6 und der NovoPen Echo Plus sind wiederverwendbare Insulinpens, die mit NFC-Technologie (Near Field Communication) ausgestattet sind, d. h. sie müssen in unmittelbarer Nähe gescannt werden, um die Daten vom Pen auf ein anderes Gerät zu übertragen. In dem Pilotprojekt wurden die Pens in der Praxis des Gesundheitsdienstleisters über einen Kiosk heruntergeladen. Ziel war es, das Gespräch zwischen dem Diabetiker und dem Gesundheitsdienstleister zu verbessern, indem Insulindaten mit Glukosedaten kombiniert wurden. Die Pens verfügen über einen Speicher für 800 Injektionsdosen und eine bemerkenswerte Batterielebensdauer von fünf Jahren – ein Vorteil der NFC-Technologie, die kein Aufladen erfordert. Sowohl der NovoPen 6 als auch der NovoPen Echo Plus verfügen über ein elektronisches Display, das die Menge des aktiven Insulins (Insulin on Board oder „IOB“), die Größe der letzten Dosis und die Zeit seit der letzten Injektion anzeigt. Es sieht nicht so aus, als ob die Nutzer zunächst ihre eigene Novo Nordisk App haben werden, um die Pens auf ihr eigenes Telefon herunterzuladen, aber mySugr hofft, diese Funktion zu seiner App hinzufügen zu können. Sobald der Bluetooth-fähige Aufsatz auf den Markt kommt, werden die Nutzer die Insulindaten nicht mehr in der Praxis herunterladen, sondern auf ihrem eigenen Telefon sehen. Da es sich um wiederverwendbare Pens handelt, müssen die Nutzer eine Insulinpatrone einlegen (die separat verschrieben wird). Echo Plus und NovoPen 6 werden sowohl mit langwirksamen Basalinsulinen (Levemir, Tresiba) als auch mit kurzwirksamen Mahlzeiteninsulinen (NovoLog, Fiasp) kompatibel sein.

Der kinderfreundliche Echo Plus ermöglicht eine Dosierung von einer halben Einheit und eine maximale Injektion von 30 Einheiten, während der NovoPen 6 eine minimale Dosis von einer Einheit und eine maximale Dosis von 60 Einheiten aufweist. Im Laufe der Zeit werden diese neuen vernetzten Pens den NovoPen 5 und den aktuellen NovoPen Echo ersetzen.

Neben den wiederverwendbaren Pens, die außerhalb der USA beliebter sind, hat Novo Nordisk auch angekündigt, dass die Konnektivität für Einweg-Pens im Laufe des Jahres 2019 kommen wird. Diese Funktion wird die Insulindosis über ein Bluetooth-fähiges Smart Device erfassen, das am weit verbreiteten Einweg-Pen FlexTouch angebracht wird. Der Aufsatz überträgt die Insulindosis, den Zeitpunkt der Dosis und die Art des gespritzten Insulins an eine Telefon-App (eine wichtige Sicherheitsvorkehrung, um Verwechslungen zu vermeiden). Da die Kosten viel niedriger sind als bei einer Insulinpumpe, wird erwartet, dass die Krankenkassen diese neuen Geräte bezahlen werden.

Neben der Nachricht über den intelligenten Pen kündigte Novo Nordisk auch Datenpartnerschaften mit Roche, Dexcom und Glooko an. Diese Partner (und wahrscheinlich noch weitere) werden die Daten der Insulininjektion in ihre Apps/Plattformen integrieren und in einigen Fällen auch Dosierungsempfehlungen auf der Grundlage dieser Daten geben.

Roche erwartet, dass die Daten des Insulinpens von Novo Nordisk mit der mySugr-App und der Accu-Chek SmartPix-Software synchronisiert werden. Für mySugr Bundle-Benutzer werden die Trainer jetzt neben anderen Diabetesdaten auch die Injektionshistorie abrufen können.

Praxisperlen

  • Die neuen intelligenten Pens können fast das leisten, was eine Insulinpumpe kann, und das zu viel geringeren Kosten.
  • Die Kosten für die intelligenten Pens werden es viel einfacher machen, die Krankenkassen dazu zu bringen, sie zu bezahlen.
  • Wir werden eine Reihe neuer Studien sehen, die die Fähigkeit der intelligenten Pens vergleichen, den Blutzuckerspiegel so gut wie Insulinpumpen zu senken.

Novo Nordisk News Release

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