American Music Awards: Einschaltquoten stürzen um 50% auf historischen Tiefstand

Justin Bieber

Justin Bieber, der bei den American Music Awards 2020 auftrat und den Preis für den „Beliebtesten männlichen Künstler – Pop/Rock“ mit nach Hause nahm. Photo Credit: Lou Stejskal / CC by 2.0

Bei der 47. Verleihung der American Music Awards im vergangenen Jahr schalteten rund 6,7 Millionen Fans ein, die eine durchschnittliche Einschaltquote von 1,8 bei den 18-49-Jährigen erreichten und damit das bisherige Allzeittief der Preisverleihung markierten. Darüber hinaus markiert die jüngste Zuschauerzahl einen atemberaubenden Rückgang von 7,8 Millionen Zuschauern im Vergleich zu den AMAs 2010, die 11,6 Millionen Zuschauer erreichten (mit einer Einschaltquote von 4,3 in der Kategorie 18-49).

Es ist auch erwähnenswert, dass das Fernsehpublikum der AMAs in den letzten Jahren weiter rapide geschrumpft ist. Der bereits erwähnte Rückgang von 7,8 Millionen Zuschauern (seit 2010) ist beträchtlich, aber selbst die AMAs 2016 zogen rund 4,4 Millionen mehr Zuschauer an als die AMAs 2020.

Bei den AMAs 2020 traten unter anderem Justin Bieber, The Weeknd, Katy Perry, Machine Gun Kelly und BTS live auf. Offensichtlich konnten die Sets aber nicht mehr Zuschauer (im Vergleich zu 2019) dazu bewegen, die stundenlange Veranstaltung in voller Länge zu sehen. Auch andere Preisverleihungen verzeichneten 2020 einen deutlichen Zuschauerrückgang, der Teil eines seit Jahren anhaltenden Trends ist, bei dem sich viele Fans anderen Programmen und Unterhaltungsformen zuwenden – einschließlich Streaming-Diensten.

Im Januar, vor dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie, verzeichneten die Grammys die niedrigste Zuschauerzahl seit 2008. Die Billboard Music Awards im vergangenen Monat verzeichneten mit geschätzten 3,6 Millionen Live-Zuschauern einen Zuschauerrückgang von 55 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sowie einen Rückgang von 62 Prozent in der Kategorie der 18-49-Jährigen.

Auch die Zuschauerzahlen der MTV Video Music Awards 2020 sind gegenüber 2019 gesunken. Und trotz Auftritten von Künstlern wie Jason Aldean, Luke Combs, den Co-Moderatoren Reba McEntire und Darius Rucker und sogar Justin Bieber verzeichneten die Country Music Awards in diesem Monat mit 7,1 Millionen Zuschauern einen neuen Tiefstand.

In Zukunft, da die Zahl der Unterhaltungs- und Medienoptionen weiter wächst, wird es interessant sein zu sehen, wie – oder ob – sich führende Preisverleihungsshows in der Musikindustrie und der breiteren Unterhaltungssphäre anpassen, um das Interesse der Fans zu erhalten und relevant zu bleiben.

Taylor Swift – die in drei aufeinanderfolgenden Jahren die Auszeichnung „Künstlerin des Jahres“ der AMAs erhalten hat und mit 32 die meisten AMA-Awards aller Musiker erhalten hat – sorgte für Schlagzeilen, nachdem sie in ihrer (entfernten) Dankesrede verkündete, dass sie dabei ist, ihre alte Musik neu aufzunehmen. Die Entwicklung folgt auf den angeblich 300 Millionen Dollar schweren Verkauf von Swifts Katalog durch Scooter Braun an Shamrock Holdings.

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